Sem (BA/MEd) Multilateralismus in der Krise? Globale Machtverschiebungen und die Zukunft der Weltordnung
Dozent:innen: Dr. Johannes MuntschickKurzname: Sem Multilaterlismus
Kurstyp: Seminar
Voraussetzungen / Organisatorisches
Bereich IB
Gültig für folgende vom Institut angebotenen Studiengänge:
- BA Aufbaumodule 2/3
- MEd Sozialkunde (Modul Fachwissenschaftliche Vertiefung)
Anwesenheitspflicht
Wer in der ersten Sitzung unentschuldigt fehlt, verliert den Anspruch auf den Seminarplatz (Entschuldigung per Mail an Dozent ist ausreichend, kein ärztliches Attest erforderlich).Digitale Lehre
Digitale Lehre - inbesondere im Rahmen von asynchroner (zeitversetzter) Lehre - kann an ausgewählten, einzelnen Seminarterminen die obligatorischen Sitzungen in Präsenz ersetzen. Details dazu werden ggf. im Seminarplan bekannt gegeben.Empfohlene Literatur
• Daase, C. & Kroll, S. (Hrsg.), 2018: Angriff auf die liberale Weltordnung: Die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik unter Donald Trump. Wiesbaden: Springer.• Eilstrup-Sangiovanni, M. & Hofmann, S. C., 2020: Of the contemporary global order, crisis, and change. In: Journal of European Public Policy, 27:7. 1077-1089.
• Fontaine-Skronski, K., Thool, V., Eschborn, N. (Hrsg.), 2023: Does the UN Model Still Work? Challenges and Prospects for the Future of Multilateralism. Leiden: Brill.
• Ikenberry, G., 2008: The End of Liberal International Order? In: Foreign Affairs, 94:1. 7-23.
• Katz Cogan, J., Hurd, I., Johnstone, I. (Hrsg.), 2016. The Oxford Handbook of International Organizations. Oxford: Oxford University Press.
• Katzenstein, P.J. & Kirshner, J. (Hrsg.), 2022: The Downfall of the American Order?. Ithaca: Cornell University Press.
• Keohane, R., 1984: After Hegemony. Cooperation and discord in the world political economy. Princeton: Princeton University Press.
• Lavelle, K., 2021: The Challenges of Multilateralism / Kathryn C. Lavelle. New Haven: Yale University Press.
• Levi-Faur, D., 2012: The Oxford Handbook of Governance. Oxford: Oxford University Press.
• Mearsheimer, J., 2018: The Great Delusion. Liberal Dreams and International Realities. New Haven: Yale University Press.
• Scott, W. R., 2014: Institutions and Organizations: Ideas, Interests, and Identities. Los Angeles: SAGE.
Inhalt
Zahlreiche Länder - auch demokratische Staaten - stehen offenbar multilateralen Governance-Strukturen auf globaler und regionaler Ebene in den letzten Jahren zunehmend skeptisch gegenüber. Empirische Evidenz zeigt sogar einem Rückzug von wichtigen Ländern aus bedeutenden internationalen Institutionen. Dieser Vorgang erscheint paradox, da viele gängige Theorien besagen, dass gerade Demokratien multilaterale Zusammenarbeit eher wertschätzen und unterstützen als Autokratien. Nicht zuletzt wurde die sogenannte 'Liberale Weltordnung' nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hauptsächlich von westlichen Demokratien geprägt - und westliche liberale Demokratien gelten auch seit Jahrzehnten als die größten Nutznießer von Multilateralismus und den einhergehenden Institutionen. Vor diesem Hintergrund wird argumentiert, dass die Unterstützung für den ‚globalen Multilateralismus‘ nun seit einigen Jahren in vielen westlichen Staaten - insbesondere in den liberalen Demokratien - auf dem Spiel steht, ja sogar generell in die Krise geraten ist: Beispielsweise haben die USA in den letzten Jahren (insbesondere unter der Trump-Administration) eine deutlich skeptischere Haltung gegenüber zahlreichen internationalen Institutionen eingenommen und sind von einem starken Befürworter multilateraler Zusammenarbeit zunehmend zu einem Verfechter bilateraler Abkommen geworden. Der Brexit und andere empirische Fallbeispiele zeigen, dass diese Beobachtung keineswegs auf die USA beschränkt ist. Dies hat Auswirkungen auf die Global Governance - und die Stabilität im internationalen System. In Zeiten sogenannter ‚Polykrisen‘ können solche zentrifugalen Tendenzen zu Spannungen, Spaltungen und konkurrierenden Institutionen auf globaler und regionaler Ebene führen. Während im Lichte globaler Machtverschiebungen bisweilen schon ein Kalter Krieg 2.0 befürchtet wird, könnten die in einigen Ländern beobachteten Tendenzen jedoch auch in anderen Ländern eine engere Zusammenarbeit und eine Wiederbelebung des Multilateralismus zur Folge haben.Diese und andere Fragen wollen wir im Seminar politikwissenschaftlich fundiert erörtern und diskutieren.
Zusätzliche Informationen
Im Sinne einer 'aktiven Teilnahme' sind zum Bestehen des Seminars und zum Erwerb von Credits/ECTS bestimmte Aufgaben zu bearbeiten und Leistungen zu erbringen. Details dazu werden in der 1. Sitzung sowie im Seminarplan bekannt gegeben.Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 19.10.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 26.10.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 02.11.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 09.11.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 16.11.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 23.11.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 30.11.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 07.12.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 14.12.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 21.12.2026 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 11.01.2027 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 18.01.2027 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 25.01.2027 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |
| 01.02.2027 (Montag) | 18:15 - 19:45 | 02 601 Seminarraum 1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi) |